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29.05.2017

Ohne Raum keine Kultur – Alternativer Frühling in Heidelberg

Stadtblattartikel von Kathrin Rabus vom 29.05.2017

Zum fünften Mal fand jetzt der Alternative Frühling (AF), das urbane Festival für Musik und Gegenwartskultur, statt. Ein Team junger Menschen unterschiedlichster Kunstgenres und Kulturhäuser organisiert dieses Festival mit neuartigen, außergewöhnlichen Veranstaltungen, Formaten und Kunst- und Kulturkonzepten. Es ist diese Interdisziplinarität, Vernetzung und Zusammenarbeit, die das Kunst- und Kulturleben der Stadt bereichern. Straßenmusikfestival, Tanz- und Bauworkshops, Ausstellungen, Konzerte, Open-Air-Kino und Diskussionen – der AF stand in diesem Jahr ganz im Zeichen ungenutzter, neuer und alternativer Raummöglichkeiten.

Und so war das Thema „Räume“ auch der meistfrequentierte Thementisch bei der Vollversammlung Gegenwartskultur in der ehemaligen Milchzentrale in der Bahnstadt, selbst ein Raum, den man bisher für Veranstaltungen nicht kannte. Ohne Raum keine Kultur – so das Fazit. Räume sollen einfacher zwischengenutzt werden können. Der Leerstand in der Stadt passt in der Tat nicht zum Raumproblem vieler Künstler*innen und Veranstalter*innen. Tanzworkshops in verlassenen Mannschaftsräumen auf den Konversionsflächen, Ausstellungen im ehemaligen Trafohäuschen oder Lesungen im ungenutzten Kino – wieviel bunter und lebendiger könnte das Heidelberg Kulturleben sein, wenn solche Zwischennutzungen unkompliziert möglich wären. In einer Leerstandstour im Rahmen des AF wurden solche Räume aufgespürt und gelistet.

Auch die Nutzung öffentlicher Räume war bisher eher kompliziert und stand Bürger*innen mit wenig Vorerfahrung in Verwaltungsprozesse nicht offen. Es passt (leider) zum Thema, dass die Nutzung der Wiese am Ochsenkopf nicht für die Abschlusskundgebung des AF freigegeben wurde. Diese Wiese ist Tag und Nacht für jede*n zugänglich und es fällt schwer zu verstehen, warum dort keine Kundgebung für den Erhalt öffentlicher Freiflächen stattfinden darf. Letztlich fand die Kundgebung auf der Straße statt.

Im letzten Gemeinderat wurde ein Antrag unserer Fraktion zur unkomplizierteren Nutzung öffentlicher Räume mehrheitlich angenommen. Künftig werden über www.heidelberg.de/freiraum alle für die temporäre Nutzung geeigneten öffentlichen Grünflächen, Plätze und Straßen gelistet und die Beantragung einer Genehmigung für eine Veranstaltung vereinfacht. Die Nutzung des Öffentlichen Raums durch Bürger*innen, egal ob für Vereins- oder Straßenfeste, Kunstaktionen oder Musikveranstaltungen, bereichert das Stadtleben und trägt zur einer Atmosphäre urbaner Lebendigkeit bei, die wir uns für Heidelberg wünschen. Vielen Dank an die Macher*innen des Alternativen Frühlings für all die Impulse!


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