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26.06.2017

Raddemo für Radschnellwege

Stadtblattartikel von Christoph Rothfuß vom 26.06.2017

Ein großes Bündnis aus Studierendenrat, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Radsportverein Heidelberg, Ökostadt, Rhein-Neckar-Kreis, SPD und Grüne hatten im Radjubiläumsjahr eine Raddemo "200 Jahre Fahrrad – Radschnellweg Rhein-Neckar jetzt" über die Autobahn 656 nach Mannheim für vergangenen Sonntag angemeldet.

Die Stadt Heidelberg untersagte diese Demo und die daraufhin durch den Studierendenrat eingeschalteten Gerichte bestätigten das Verbot. Die Ablehnungsgründe waren bunt gemischt: Gefährdung der Radfahrer*innen durch die Baustelle in Friedrichsfeld und durch mögliche Blow-ups (Fahrbahnaufwölbung durch Hitzeeinwirkung), Gefährdung der Autofahrer*innen durch Staubildung, die Leichtigkeit des Autoverkehrs wird eingeschränkt. Trotz der Absage versammelten sich knapp 150 Radler*innen zur Fahrt im Verband nach §27 StVO auf der Landstraße über Edingen nach Mannheim.

Das Demonstrationsziel eines baldigen Radschnellweges zwischen Heidelberg und Mannheim (und weiter nach Schifferstadt) bleibt natürlich bestehen und ist grundsätzlich weder im Gemeinderat Heidelberg noch in der Versammlung der Metropolregion umstritten. Die Streckenführung soll über Ladenburg und Ilvesheim erfolgen, zwar nicht der kürzeste Weg zwischen Heidelberg und Mannheim, aber derjenige mit dem größten Einzugsgebiet. Die Umsetzung kann jedoch noch Zeit in Anspruch nehmen, einige Fragen sind noch offen: Wer trägt die Baulast, wer die Unterhaltung, wer bezahlt? Am 19.08. gibt es eine Befahrung des geplanten Schnellradweges mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Gerhard Schick und Dr. Franziska Brantner. Details finden Sie auf unserer Homepage www.gruene-heidelberg.de

Radschnellwege sollen mit durchgängigen, direkten und störungsfreien Führungen die Nutzung des Fahrrads über größere Entfernungen fördern. Typische Merkmale sind gerade, umwege- und steigungsarme Linienführungen, auf größere Radverkehrsmengen ausgelegte Breiten, eine hohe Oberflächenqualität sowie Kreuzungsführungen mit geringen Zeitverlusten beispielweise durch Unter- oder Überführungen oder Priorisierung des Radverkehrs. Dadurch können Radschnellwege einen sehr hohen volkswirtschaftlichen Nutzen haben. Auch in Richtung Neckargemünd, Weinheim und vor allem Wiesloch/Walldorf muss die Diskussion bald eröffnet werden.

In den Niederlanden sind Radschnellwege schon länger Standard mit großen Erfolg. Nicht zuletzt deshalb ist der Anteil der Radfahrer dort deutlicher höher als in Deutschland. Hier und hier zwei Beispiele aus dem Grenzgebiet, wie Radschnellwege dort konzipiert sind.


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