05.12.2009
Kunst küsst Klima: Das Eis brechen, damit es nicht schmilzt
Aktion zum Klimagipfel in Kopenhagen
Eine Performance des Eis-Skulpteurs Christian Claudel findet am Samstag, 5. Dezember, von 11 bis 17 Uhr auf dem Theaterplatz in der Heidelberger Hauptstraße statt. Eingeladen dazu haben die grüne Europaabgeordnete für die Metropolregion Rhein-Neckar, Franziska Brantner, der Bundes für Umwelt- und Naturschutz Rhein-Neckar-Odenwald sowie der Grünen Heidelberg. Eine Pressekonferenz ist für 14 Uhr angesetzt.
Heidelberg. Sie sind in Italien entstanden, in Straßburg, in Schweden, Finnland, Japan und China und in Alaska. Die zerbrechlich-zauberhaften Eisskulpturen des Bildhauers Christian Claudel. Seit fast 30 Jahren schafft der in den Vogesen beheimatete Künstler neben Werken aus Stein und Holz auch solche aus Eis und ist damit weltberühmt geworden. Sie sind glitzernde, schillernde und transparente Zeugnisse von Schaffenskraft und Vergänglichkeit zugleich. Am kommenden Samstag, 5. Dezember, kann man ihm von 11 bis 17 Uhr bei der Arbeit über die Schulter sehen. Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz von Kopenhagen Mitte Dezember soll seine Skulptur auf die Schutzbedürftigkeit des Lebens aufmerksam machen. Sein Motiv für Heidelberg ist der afrikanische Mythos der „Mutter des Lebens“, eine weibliche Figur mit Fischleib, die aus den Fluten emporsteigt und die Schätze der Lebendigkeit in ihren geöffneten Händen birgt. Für 14 Uhr ist an der Skulptur auf dem Theaterplatz eine Pressekonferenz angesetzt, bei der Franziska Brantner die europäische Dimension der Thematik erläutern wird, der Geschäftsführer des BUND Rhein-Neckar-Odenwald, Matthias Weyland, die regionalen Aspekte beleuchtet, und Stadtrat Kai Dondorf für die Heideberger Grünen die kommunale Situation darlegt.
Zum Hintergrund: Es gilt, jetzt zu handeln und das „Eis zu brechen, damit es nicht schmilzt“. Von 07. und 18. Dezember findet im dänischen Kopenhagen die 15. Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Längst ist klar, dass eine konkrete Vereinbarung über die Reduktion von Kohlendioxid kommen muss. Die Trendwende in Sachen klimaschädlicher Treibhausgase duldet keinen Aufschub mehr. Zu prekär ist die Lage geworden, die Dynamik überrascht sogar Forscher. Nicht nur, weil der Meeresspiegel dramatisch ansteigen und ganze Länder existenziell bedrohen wird und den Eisbären ihr Lebensraum unter den Tatzen schwindet. Dabei geht es auch um „Klimagerechtigkeit“. Damit es nämlich nicht zum Kollaps kommt, darf jeder Mensch pro Jahr allenfalls zwei Tonnen des klimaschädlichen Gases produzieren. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Ausstoß jedoch schon bei zehn Tonnen. In der vergangenen Woche hat das Europäische Parlament in Straßburg mit großer Mehrheit eine Resolution für die Kopenhagen-Verhandlungen verabschiedet. Dabei geht es unter anderem um 30 Milliarden Euro Finanzierungshilfe jährlich für Entwicklungsländer, außerdem wurde eine Resolution gefasst, die Emissionen in der EU bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren.

